Was ist Rehasport?
Rehasport, offiziell als Rehabilitationssport bezeichnet, ist ein vom Arzt verordnetes Gruppentraining, das nach einer Erkrankung, Operation oder bei chronischen Beschwerden die körperliche Leistungsfähigkeit wieder aufbauen soll. Grundlage ist die bundesweit einheitliche Rahmenvereinbarung der Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR). Sie regelt Inhalte, Qualifikation der Übungsleiter sowie Dauer und Finanzierung.
Anders als freies Fitnesstraining ist Rehasport eine ergänzende Leistung zur medizinischen Rehabilitation nach § 64 Abs. 1 SGB IX. Er findet in festen Gruppen unter Anleitung speziell ausgebildeter Übungsleiter statt und wird zu 100 % von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen – Versicherte zahlen keinen Eigenanteil. Das Ziel: Patientinnen und Patienten sollen durch die regelmäßigen Einheiten eine dauerhafte Bewegungskompetenz aufbauen und nach Ende der Verordnung selbstständig aktiv bleiben. Ergänzend bieten wir im medizinischen Training in Augsburg individuelle Betreuung über den Rehasport hinaus.
Rehasport wendet sich an Menschen mit orthopädischen, internistischen, neurologischen oder onkologischen Indikationen. Die Inhalte reichen von Kräftigungs- und Mobilisationsübungen über Koordinations- und Gleichgewichtstraining bis zu Ausdauereinheiten. Die fachliche Koordination in Deutschland übernehmen der Deutsche Behindertensportverband (DBS) und der Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband (BRS).
Wann wird Rehasport verordnet?
Rehasport kommt bei einem breiten Spektrum an Diagnosen zum Einsatz – immer dann, wenn nach akuter Behandlung eine langfristige Stabilisierung sinnvoll ist:
- Nach Operationen an Wirbelsäule, Knie, Hüfte oder Schulter
- Chronische Rücken-, Nacken- und Gelenkbeschwerden, Arthrose
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Bluthochdruck (Herzgruppen)
- Nach Krebserkrankungen (onkologischer Rehasport)
- Neurologische Diagnosen wie nach Schlaganfall oder bei Multipler Sklerose
- Osteoporose, Diabetes mellitus und andere internistische Erkrankungen
- Begleitend zur Prävention bei Bewegungsmangel und hohem Risikoprofil
Verordnung per Formular 56: Ihr Haus- oder Facharzt stellt das bundeseinheitliche Formular 56 (Antrag auf Kostenübernahme von Rehabilitationssport) aus. Die Krankenkasse genehmigt den Antrag und trägt anschließend 100 % der Kosten. Die Grundlagen regelt der GKV-Spitzenverband gemeinsam mit der BAR.
So läuft Ihr Rehasport ab
Verordnung & Antrag
Ihr Arzt stellt Formular 56 aus, Sie reichen es bei Ihrer Krankenkasse zur Genehmigung ein.
Training in der Gruppe
Regelmäßige Einheiten in fester Gruppe unter Anleitung qualifizierter Übungsleiter.
Eigenständig bleiben
Nach 50 Einheiten in 18 Monaten sollen Sie langfristig selbstständig weitertrainieren.
Nutzen & Wirkung
- Baut Muskulatur auf und stabilisiert Gelenke nach Operationen
- Verbessert Ausdauer und Herz-Kreislauf-Funktion
- Fördert Koordination und senkt das Sturz- und Rezidivrisiko
- Motiviert durch Gruppendynamik und regelmäßige feste Termine
- Stärkt Bewegungskompetenz für ein selbstständig aktives Leben
Wichtig zu wissen: Rehasport ist ergänzend, nicht ersetzend. Er läuft parallel oder im Anschluss an eine Physiotherapie-Behandlung und zielt auf Nachhaltigkeit. Unsere Sporttherapie in Augsburg ergänzt das Gruppentraining um individuell dosierte Einzelbetreuung.
Häufige Fragen zum Rehasport
Was kostet Rehasport?
Rehasport ist für gesetzlich Versicherte mit genehmigter Verordnung kostenlos: Die Krankenkasse übernimmt 100 % der Kosten. Es fällt keine Zuzahlung an – anders als bei klassischen Heilmitteln.
Wie viele Einheiten Rehasport stehen mir zu?
In der Regel werden 50 Übungseinheiten über einen Zeitraum von 18 Monaten genehmigt. Bei bestimmten Indikationen wie Herzgruppen oder nach Krebserkrankungen kann der Umfang höher ausfallen – die BAR-Rahmenvereinbarung legt die jeweiligen Richtwerte fest.
Wer darf Rehasport verordnen?
Jeder Vertragsarzt – in der Regel Ihr Haus- oder Facharzt – kann Rehasport auf dem Formular 56 verordnen. Der Antrag wird anschließend bei der Krankenkasse zur Kostenübernahme eingereicht und muss von dieser genehmigt werden.
Was ist der Unterschied zwischen Rehasport und Physiotherapie?
Physiotherapie (z. B. Krankengymnastik) ist eine Einzelbehandlung mit Fokus auf konkrete Funktionsstörungen und wird auf einer Heilmittelverordnung (rosa Rezept) verschrieben. Rehasport ist ein längerfristiges Gruppentraining nach Formular 56, das an die medizinische Behandlung anknüpft und auf Nachhaltigkeit zielt.
Kann ich nach 50 Einheiten weitermachen?
Nach Ablauf der Verordnung können Sie bei fortbestehender Indikation eine Folgeverordnung erhalten oder das Training als Selbstzahler fortsetzen. Ziel des Rehasports ist jedoch, Sie so weit zu befähigen, dass Sie eigenständig aktiv bleiben.
Rehasport im Therapie Zentrum Augsburg
Im Therapie Zentrum Augsburg begleiten wir Sie nahtlos von der Physiotherapie über das medizinische Training in Augsburg bis zur selbstständigen Bewegung. Unser Team aus qualifizierten Übungsleitern und Therapeuten kombiniert die Gruppendynamik des Rehasports mit individueller Betreuung – etwa durch ergänzende Sporttherapie oder zielgerichtete Präventionsangebote. So stellen wir sicher, dass Sie die 50 Einheiten optimal nutzen und langfristig beschwerdefrei aktiv bleiben.
Quellen & weiterführende Informationen
- Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation (BAR): Rahmenvereinbarung zum Rehabilitationssport und Funktionstraining.
- GKV-Spitzenverband – Rehabilitationssport: Informationen der gesetzlichen Krankenkassen zu Kostenübernahme und Voraussetzungen.
- Deutscher Behindertensportverband (DBS): Dachverband für den Rehabilitations- und Behindertensport in Deutschland.
- Behinderten- und Rehabilitationssport-Verband (BRS): Landes- und Bundesverband mit Anerkennung von Rehasport-Angeboten.
- Wikipedia – Rehabilitationssport: Übersichtsartikel zur gesetzlichen Grundlage und Geschichte des Rehasports.